16 September 2012

Baumhaus


In der Mitte unseres Compounds steht ein ziemlich großer Baum. Dieser ist Heimat für allerlei weiteres Grünzeugs und Getier.


Hier eine kleine Auswahl. Leider wissen wir den Namen dieser Spezies nicht. Aber wer weiß, vielleicht verirrt sich ja ein Ornithologe auf unsere Seite und kann uns aufklären...


Als wir ankamen im März, brütete auch ein Adlerpärchen in der Baumkrone. Leider haben wir davon keine Fotos. 

Stammgäste – wahrsten Sinne des Wortes – sind auch diese grün-braunen Echsen. Sehr edle Tierchen, wie wir finden...



12 September 2012

Medizinpakete


In letzter Zeit besteht die Fracht im Flugzeug teilweise oft aus solcherlei Paketen. Nachschub für die lokalen Gesundheitsposten und kleinen Krankenstationen im Busch.

Lager am Hangar in Wewak
Jeder Landeplatz hat sein Frachtfach
Vergangene Woche hatte Mathias auch einen Flug, wo er eine Patientin aus einem kleinen Buschkrankenhaus zurück in ihr Dorf fliegen musste. Das Krankenhaus konnte ihr nicht mehr helfen und so ist sie zum Sterben zurück in ihr Dorf geflogen. 
Am rechten Bildrand sieht man eine Frau, die sich bereits mit Erde beschmiert hat. Das ist hierzulande oft ein Zeichen der Trauer.

Zurück im Dorf.

11 September 2012

Bombenstimmung


Mindestens genauso ärgerlich: wir hatten eine Flohinvasion im Haus und sind total zerbissen worden.
Mandy hat gestern deshalb 8 Bomben gezündet und einen Großputz veranstaltet.



Und zu allem Ärger kam die Hausmeri nicht. Warum auch immer. Und das nicht zum ersten Mal. Jetzt darf sie sich ärgern, denn diesen Minijob bei uns hat sie vergeigt.
Und auch hier wieder: Kritik üben ohne zu verletzten und böses Blut zu machen... Vermutlich wird es über Dritte laufen und die Botschaft schon mal angedeutet werden.

Ärgerlich!

Ihr wisst ja, dass wir gerne pinseln und so nach und nach unser Häuschen auf Vordermann bringen wollen. Jetzt dachten wir, die Fensterscheiben überlassen wir anderen.
Fensterscheiben sind hierzulande sogenannte Luvers, also Brettchen oder Glasscheiben mit 15 cm Breite und eben der Länge des einzelnen Fensters. Und dann hat so ein Fenster schnell mal 24 Luvers.
Vor zwei Jahren haben wir einen Großteil der Holzluvers schon in Glas getauscht. Das ist einfach heller. Aber die hölzernen haben durchaus ihre Berechtigung, denn sie reflektieren das Sonnenlicht und halten somit ein wenig der Hitze ab.
Dumm nur, dass diese Brettchen schimmeln oder eben auch teilweise die Farbe abbröselt.
Also, da dachten sich M&M, das gibt einen neuen Anstrich.

Nun heißt es aber erst einmal, dass die alte Farbe weg muss. Alles per Hand abzuschmirgeln ist nicht wirklich prickelnd und so haben wir die erste Ladung Brettchen zu einer kleinen Holzwerkstatt der EBC Gemeinde getragen. Und gleich auch nen Pott Farbe dazu. Wir dachten, dass gibt denen einen Auftrag und ein wenig Abwechslung, denn deren Hauptaufträge sind Särge und uns spart es Zeit.
Außerdem haben sie ein elektrisches Schleifgerät.
Tja, und nun hat Mandy die Tage die Brettchen frisch gestrichen abgeholt und konnte Zeitung lesen...

Frisch gestrichen!

Zu früh haben sie die Brettchen für uns verpackt und zwar, damit sie nicht zusammenkleben schön mit Zeitungspapier getrennt. Zu dumm nur, dass die Farbe tatsachlich noch nicht trocken genug war und nun überall Druckerschwärze auf den weißen Brettchen hängt.
Dem war weder mit Fensterputzmittel noch Chlor beizukommen. Am Ende hat Flugbenizin geholfen. Immerhin!
Leider war auch nicht wirklich sauber gestrichen worden und teilweise, durch das Aneinanderkleben der noch feuchten Brettchen hat sich schon die erste Farbe wieder gelöst...

Nacharbeit mit Avgas

Ärgerlich das ganze!
Nun streichen wir wieder selber und lassen nur die alte Farbschicht abschleifen.
Allerdings haben wir jetzt das Problem in der hiesigen Schamkultur Kritik zu üben an der Arbeit, die eben nicht unseren Qualitätsansprüchen gerecht wird...

09 September 2012

Trari Trara, die Post ist da!


Wenn Mathias oder Martin von einem Flug aus Mt. Hagen zurückkommen, ist es immer wieder spannend, ob sie Post dabei haben. Zeitschriften aus Deutschland, die wir oder liebe Freunde uns abonniert haben, Briefe, persönliche oder Gemeindebriefe inklusive Predigt-CDs oder sogar Päckchen. Einmal im halben Jahr machen wir eine Amazon-Bestellung oder manchmal bestellen wir Kleinigkeiten bei unsern Familien oder manchmal kommt ganz unverhofft was Nettes aus Deutschland hier an.
Und das sieht ganz unterschiedlich aus. Der Weg aus Europa hierher ist lang und so ein Brief oder Päckchen muss paar mal umgeladen werden. Und die, die das tun, tun das ganz gewiss nicht mit Samthandschuhen. Da ist es gut, wenn vorher auch in die Verpackung investiert wurde, v.a. bei Päckchen.
Sogar das verstärkte Klebeband von Amazon hat gelitten. Zum Glück kam bisher alles vollständig hier an.

Leicht beschädigtes Päckchen von Amazon

Deshalb die Bitte an euch, die ihr uns eine Freude machen wollt: Investiert auch bisschen was in eine gute Verpackung. Verklebt die Ecken und Kanten, am besten alles... Und möglichst wenig Luft verpacken. Besser ist, wenn alles schön kompakt verpackt ist und nicht im Karton rumwackelt.

Das nächste mal bitte besser die Ecken und Kanten abkleben.

Dann freuen wir uns, dass alles heile ankommt und ihr freut euch auch, wenn nichts verlustig geht. Weil lustig ist das eben nicht...

Und seid vorsichtig mit Schokolade! Klar, als Deutsche lieben wir Schokolade und Milka, Ritter Sport und Lindt und Co sind wirklich sehr sehr lecker, ebenso Mars, Snickers, Ferrero und Co und klar, würden wir uns über solch einen Brief freuen....

Lecker!

Aber, andere tun´s anscheinend auch. Hier gibt es zwei- oder vierbeinige Ratten, die auch gern Schokolade mögen. Abgesehen von der einen Tafel Rum-Trauben-Nuss.

Lecker! ... das fanden auch die Ratten ...

Und auch eher unvorteilhaft: Manchmal liegt die Post halt hierzulande irgendwo tage- oder wochenlang rum und ist Temperaturen von locker mal über 30ºC ausgesetzt. So kam z.B. ein lieb gemeinter Schokoladen-Adventskalender-Gruß hier nicht mehr ganz so appetitlich an... 
Dennoch, manchmal funktioniert´s und wir laben uns an deutschen Köstlichkeiten, die es dann auch noch durch die Quarantäne-Kontrolle geschafft haben. So wir die Tage... 
Wir konnten es ja kaum glauben, als wir die Aluminiumfolie des im Päckchen zuunterst gepackten etwas unförmigen Dingsda abgewickelt haben: selbst gebackene Nussecken, sogar mit Schokoladenecken. Nach gut drei Wochen Reisezeit noch ziemlich in Form und sehr geschmackvoll! Also ihr seht, es gibt auch Erfolgsstories!  ;o)

Nussecken aus Deutschland
Das Postsystem hier ist schon ein riesiger Frustpunkt, dass die Post nicht organisiert ist, Briefe und Päckchen total lädiert ankommen, teilweise angeknabbert von Ratten. Zumindest ist das bei Päckchen oft die Entschuldigung, wenngleich es zuweilen sehr intelligente Ratten sein müssen, die die Päckchen unserer Nachbarn anknabbern, Überraschungseier auspacken, die Schokolade essen, das Plastikspielzeug rausnehmen und die leere gelbe Eierform zurücklassen... Vermutlich sind es Ratten der Unterkategorie homo sapiens... Ziemlich traurig....
Eine befreundete Missionarin hat hier in Wewak mal nen Tag mitgeholfen, den Berg Päckchen zu sortieren und ach, welch ein Zufall, in dem Chaos gleich zwei für sich selbst gefunden, auf die sie schon lange gewartet hat... Sehr ermutigend...
Und umgekehrt verlangt die hiesige Post horrende Portogebühren. Da fragt man sich schon, welchen Service man da zahlt. 

08 September 2012

06 September 2012

Baumarkt-Freuden


Wir mussten mal wieder die Pinsel schwingen und erfreuen uns nun mittlerweile an einem frisch renovierten Bad.




Was weniger erfreulich ist, ist zuweilen die Qualität dessen, was man hierzulande im Baumarkt kaufen kann. Wir haben uns zur Feier des Tages (Mandy hatte Geburtstag...) eine kleine Glasablage gegönnt für umgerechnet ca. 25 Euronen. Leider taugte die An-die-Wand-Anschraub-und-Glasplatten-Haltevorrichtung nichts und ist unreparierbar gebrochen. Jetzt haben wir nur eine matte Glasscheibe und die hätten wir billiger haben können (1,50 Euro), wenn wir eine matte Glasscheibe, wie man sie hier zum Verglasen der Fenster braucht, gekauft hätten.
Ihr fragt nach Umtauschrecht und Garantie? So was gibts hier nicht. Leider. Die wissen schon ,warum. Manchmal wird man echt den Eindruck nicht los, dass all das, was unseren westlichen Ansprüchen nicht gerecht wird, hier landet. Sehr ärgerlich!
Jetzt will Mathias eine Zeichnung machen und vielleicht haben ja die Mechaniker in Mt. Hagen mal ein wenig Zeit, uns was zu basteln...

05 September 2012

Sing Sing und Mumu – Wiedereröffnung der Landebahn in April River

Letzte Woche Mittwoch sind wir alle, also Familie Köhler und wir beide, nach April River geflogen, um nach knapp fünf Jahren den dortigen Landeplatz wiederzueröffnen.
Wer unseren Juli-Flugschreiber gelesen hat, erinnert sich vielleicht an die Schilderungen von Gerhard Stamm, als er mit Mathias mal drüber geflogen ist, um den Fortschritt der Arbeit zu checken.
Ja, und nun endlich war es soweit. Die Leute aus Niksek, so heißt das Dorf ein Stück weiter flussaufwärts, haben ihren Landeplatz endlich wieder.
Wir haben erfahren, dass in den 70er Jahren die ersten Missionare im Dorf waren und damals der Landestreifen aus dem Busch gehauen wurde. Einmal wurde er auch komplett vom April Fluss überschwemmt und zerstört, genau wie das Dorf selbst. 
Es gibt eine kleine Gemeinde in Niksek, aber durch die Abgeschiedenheit magelt es an Möglichkeiten, dass sich Missionare mal eben schnell zu einem Besuch aufmachen oder Leute auch rauskommen, um Kurse zu besuchen. 
So haben wir uns gefreut, dass die ersten Fluganfragen genau diesem Zweck dienen sollen: Ende September wollen sechs Leute zu einer Gemeindekonferenz nach Brugam.
Und heute, eine Woche nach der Landebahnwiedereröffnung fliegt Mathias einen Missionar von New Tribes Mission nach April River, der weiter flussabwärts ein Dorf besuchen will, in dem NTM vor vielen Jahren auch eine Gemeindearbeit angefangen hat.

Hier ein paar Fotos von unserem AusFLUG:
































29 August 2012

Reifenplatzer



Nicht ganz, aber beinahe. Bei einem Flug Anfang August höre ich beim Entladen in Mount Hagen Luft aus einem der Haupträder zischen. Woher kommt die? Bei der Landung wurde das Ventil beschädigt und verlor Luft. Es dauerte keine 10 Minuten, dann war der Reifen total platt und ich auch ;o)

Schnell daher gesagt...


In Deutschland sagen wir manchmal „Besser arm dran, als Arm ab“. Aber was, wenn man wirklich arm dran ist, und nicht mal den Weg ins Krankenhaus gehen kann oder darf...
Hier zwei Beispiele, zwei Schiksale:

Erinnert ihr euch an unseren Juli-Extra-Flugschreiber? Dort berichtete Gerhard Stamm von einer Frau, die wegen einer Fußamputation nach Wewak geflogen werden musste. Das alles ist passiert.
Normalerweise schaut Brigitte, Gerhards Frau, immer nach Patienten aus den ihnen bekannten Buschdörfern hier im Krankenhaus. Meistens sind es Mitglieder der lokalen Buschgemeinde. Da die Stamms seit Mitte Juli an anderen Dienstorten Bibelschulunterricht und Gemeindearbeit leisten, ist Mandy immer wieder mit einer Tüte Lebensmittel ins Krankenhaus, um die Familie zu besuchen. Joseph, Salome und ihr kleiner Bub Karson. 
Salome ist entlassen und Mathias hat sie zurück nach Moropote geflogen, von wo aus sie noch mindestens drei Stunden in ihr Dorf per Kanu und zu Fuß unterwegs sind. Der Fuß wurde allerdings nicht amputiert, nur mit diversen Salben behandelt und eingegipst. Das hat uns alle verwundert; aber Salome scheint nicht ganz unglücklich zu sein. Wer verliert schon gern seinen Fuß, wenn er doch noch als Stütze funktioniert und man wenigstens irgendwie humpeln kann.
Was die Behandlung im Krankenhaus allerdings gebracht haben soll, bleibt für uns Laien fraglich. Salome hatte wohl Lepra und diese hat beide Füße entsprechend angegriffen. Lepra scheint schon seit Jahren ausgeheilt zu sein, aber nun geht es eben um die Folgeschäden.

Joseph, Salome und Karson am MAF Check-In in Wewak

Laut Arzt soll sie in 6 Wochen noch einmal ins Krankenhaus kommen. Wer kommt für die Kosten des Fluges auf? Moropote liegt am Fuß zum Hochgebirge, der Flug dauert eine gute Stunde mit dem MAF Flugzeug. Kosten für 2 Erwachsenen hin und zurück: 1560 Kina (636 Euro), und das bereits mit 25% Rabatt, den MAF geben kann.
Wir wollen versuchen, den Leuten zu helfen; vielleicht kann MAF ja noch mehr beisteuern aus einem Phillippinischen Medevac Fund speziell für Frauen.

Eine andere Frau, die eigentlich zur Geburt ihres keine-Ahnung-wievielten-Kindes nach Wewak kommen und sich anschließend unterbinden lassen sollte, darf nicht kommen. Die letzte Geburt hat sie gerade so überlebt. Die Männer des Dorfes haben entschieden, die Frau als Gebärmaschine zu behalten. Traurige Realität in vielen Dörfern. Die Frauen buckeln sich ab in den Gärten, um die Familie zu ernähren und müssen natürlich auch ihre Männer befriedigen, wann immer diese wollen. Mit gegenseitiger Achtung, Wertschätzung, Liebe, Hingabe und Zärtlichkeit hat das dann wohl oft kaum etwas zu tun.