17 April 2011

Unter Frauen



Dienstagmorgen treffen sich einige Frauen der EBC für eine kleine Andacht. Zuerst wird gesungen, dann folgt eine kurze Predigt, noch ein Lied und Gebet. Wir wurden ermutigt, immer wieder auf Gott zu vertrauen, denn darin liegt Segen, auch in Zeiten der Not und des Mangels. Ein Kakaobaum, der regelmäßig mit Kompost gedüngt wird, gedeiht und hat Reserven auch in Zeiten von Mangel, insbesondere längeren Trockenperioden.

Mittwochnachmittag war ich zum ersten Mal mit im Frauengefängnis in Wewak. Im letzten Jahr wurde hier renoviert und so war dieser Besuchsdienst nicht möglich.

Zurzeit sind 10 Frauen hier im Gefängnis, drei von ihnen haben Kinder, je ein Mädchen im Alter von 2-3 Jahren.

Dieser Besuchsdienst wechselt wochenweise: einmal gibt es eine Andacht, das andere Mal wird gemeinsam gekocht, genäht oder sonstwie praktisch miteinander gearbeitet. Ich erfahre, dass das Jahresprogramm bei der Gefängnisleitung angemeldet und genehmigt werden muss. Jede Frau hat ein kleines Studierheft Save more long Jesu – mehr von Jesus wissen. Die Lektionen sind sehr voll gepackt, sodass leider keine Zeit bleibt, wirklich mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich auch die Folgewoche und verspreche mir mehr Zeit für Gespräch, denn da wird dann praktisch miteinander gearbeitet.

Vergangene Woche wurde genäht und den Frauen gezeigt, wie man eine Tasche in einen Rock einarbeitet. Schnell holen die Frauen ihre mittlerweile fertig genähten Röcke und zeigen sie stolz.

Ich hoffe, ich kann in den uns verbleibenden drei Monaten in Wewak noch öfters an beiden teilnehmen und mich auch einbringen.

Einmal um die Insel rum

Besuch zu haben, ist immer auch eine Gelegenheit, etwas Besonderes zu planen, was man schon immer mal machen wollte. Ständig vor Augen und oftmals überflogen: die Wewak vorgelagerten Inseln: Mushu und Kairiru. Die eine mit hellem, die andere mit dunklem Sand.

Wir sind zu zehnt, plus zwei Einheimische, die das Boot steuern. Das sind gut ein PS für jeden... Wir merken schon bald, dass der 15 PS Motor eigentlich zwei Nummern zu klein ist für diese Tripp. Aber das Meer ist relativ ruhig und wir haben ja Zeit. So schippern wir vorbei an Robin Island und steuern auf eine Bucht auf Mushu zu. Immer zwei Angelleinen im Schlepptau. Wir sehen soe sogar: Malins, leckere Raubfische umkreisen das Boot. Aber Appetit auf die japanischen Plastikköderfische scheinen sie nicht zu haben. Da, eine Makrele! Sie beißt an. – Aber verfehlt leider den Angelhaken um 2 cm und entwischt uns wieder. Delphine sehen wir auch, immer mal wieder eine kleine Gruppe.

Die Wellen werden größer, obwohl die Meeresoberfläche in sich recht ruhig ist. Unser Boot gleitet über die Wellenberge und Täler. Zuweilen sieht man nicht mal mehr den Horizont, wenn man in einem Wellental ist...

Nun steuern wir Rainu Beach an. Traumhaft! Hier brechen sich die Wellen und einheimische Kinder surfen.

Die Anwohner begrüßen uns freundlich. Sie haben sogar ein Gästehaus, einfach, aber immerhin. Sogar mit Spezialtarifen für ein „Midweek break“ oder „Weekend get away“. Wir schauen die Räumlichkeiten an und schwupp hat Mathias auch gleich einen Reperaturauftrag für ein Akkuladegerät...

Mit den 2-3 Meter hohen Wellen hatten auch auch unsern Spaß in dieser wunderschönen Bucht: beeindruckend anzuschauen, toll, darin zu schwimmen, aber wehe, man steht falsch und die Welle wirft einen unsanft zu Boden und überspült einen. Nasenspülung gratis!

Weiter gehts!

Zu unserer Linken die Insel Mushu, zu unserer Rechten Kairiru. Kairiru ist ein erloschener Vulkan und an einer Bucht gibt es sogar heiße Quellen. Leider für uns dieses Mal nicht ansteuerbar, denn die Wellen sind zu hoch.

So schippern wir gemütlich um Mushu herum und steuern wieder auf Wewak zu. Die Sonne geht langsam unter und wir bekommen noch eine Mondscheinfahrt. Wie gut, dass die Anlegestelle in Wewak dank des neuen Marktes und des neuen Polizeigebäudes erleuchtet ist! Gegen halb acht legen wir an. 20 Minuten später, wir sind schon daheim und stehen unter der Dusche, gabs Stromausfall....

Dankbar für alle Bewahrung mit dem kleinen Motorboot und dankbar für Gottes wunderbare Schöpfung werden wir diesen Ausflug in guter Erinnerung behalten.

Zum Abschluss gehen wir alle noch Essen. Denn leider blieben die Angelhaken auch später leer...

Mandi

nicht Mandy sondern Mandi, heißt ein kleines Dorf ca. 12 km entfernt von Wewak. Hier hat die EBC eine kleine Buschkirche. Wir besuchen die Pastorenfamilie am Samstagnachmittag. Wir haben Glück: gerade wird frisches Saksak gemacht. Sabine, sieht den ganzen Prozess:

Sigirapim Saksak – die Männer hacken das Innere des Stammes in kleine Späne

Wasim Saksak – die Frauen waschen das Stärkemehl aus den Spänen

Tanim Saksak, die Zubereitung zu einer Art Pudding

Kaikai Saksak – ein Probiererle mit in Kokosnussmilch gekochtem Fisch.

Ein Mädchen läuft mit uns zum Fluss, um uns das Wasim Saksak zu zeigen. Wir schauen uns auch die Primary School an (bis Kl. 8). Alles total einfach, vereinzelt handschriftliche Lernplakate und Schülerarbeiten and den Wänden. Nicht die Art von anregender Lernumgebung, die man aus deutschen Klassenzimmern kennt, Aber immerhin. Eine Schule, die funktioniert.

Damenbesuch

In der ersten Aprilwoche kamen Jen (re), MAF´s Homeschoolsupportteacher, und Anna (2.v.re), Lernhelferin bei einer dt. Familie auf Karkar. Beide waren Köhlers Gäste, aber hin und wieder waren sie auch bei uns. Es ist schön, so immer wieder Gemeinschaft zu pflegen und sich gegenseitig zu ermutigen. Sabine, die dritte Dame und Besuch aus unserer Gemeinde in Horb am Neckar, machte das Foto :o)

05 April 2011

Flugalltag


Einmal im Monat sollten wir uns als MAF Wewak Team zusammensetzen und über die vergangenen vier Wochen reden. Wir besprechen, wie die Base in den letzten vier Wochen funktioniert hat, was wir besser machen können und reden über missionarisch besonders wertvolle Flüge. Dadurch kann jeder Mitarbeiter am Erleben der anderen teilhaben. Nicht jeder ist Pilot und nicht jeder steht den ganzen Tag im Kundenkontakt an der Base.

Wir warten auf die nächste Spritlieferung, aber keiner kann sagen, wann die Fässer kommen. Noch haben wir ca. 15 der 200 Liter Fässer im Lager. Das reicht für ca. 10 Flugtage oder ca. 45 Flugstunden. Die Ölindustrie hat sich entschuldigt, aber konnte keinen Liefertermin nennen, wann der Sprit für die Kolbenmotoren unserer GA8 und Cessnas 206 eintrifft. Ein immer wieder auftretendes Problem...
Fluganfragen gibt es genug, inklusive Medevacs.
So sah Mathias Woche aus:

Montag - Mt. Hagen

Nicht ich, sondern Martin wurde in Hagen erwartet, aber trotzdem wurde ich gebraucht. Weil es zur Zeit zu wenig GA8-Piloten in Hagen gibt, sollen wir Wewak Piloten in Hagen einspringen. Dazu gibt brauchen wir alle noch verschiedene Checks auf Landeplätzen oder für einzelne Flugrouten.

Dienstag - Hochlandprogramm

Wewak-Ambunti-Okisai-Sumwari-Okisai-Telefomin-Okisai-Wewak.
Normaler Passagierverkehr mit Einheimischen.

Mittwoch - Medevac und Basemeeting

Heute war Richies Flugtag in den Toricelli Mountains. Am frühen Vormittag erhielten wir die Anfrage für einen Medevac eines Mannes, der Tags zuvor bereits einen Unfall hatte und sich ein Bein abgehackt hatte. Problem: Mathias hätte zwar landen können, war aber noch nicht auf der Route eingecheckt. Martin hatte die Route, aber keine Landeerlaubnis. Beide hatten flugfrei, hätten also die Verantwortung splitten können oder der Chefpilot hätte Selbst-Checks erlauben müssen. Der Platz lag im Gebiet zwischen Wewak und Mt.Hagen und ist einer derer, der eben noch auf der Trainingsliste steht. Schlussendlich wurde der Flug von einem Hagenpiloten übernommen, der jedoch noch in einem anderen Landesteil unterwegs war. Wie alles ausging – wir wissen es nicht.
Nachmittags war das Basemeeting.

Donnerstag - Ein langer Tag im Hochland

Donnerstagmorgen, noch vor Abfahrt vom Compound, wieder eine Medevac-Anfrage. Auwi Muki, Bibelschulleiter von Anguganak, erlitt in der Nacht einen Herzinfarkt. Martin hätte flugfrei, aber dank zzt. zwei GA8 kann Mathias sein Hochlandprogramm fliegen und Martin kann Auwi und seine Frau abholen. Leider verstirbt er nach 3 Stunden im Krankenhaus. Warum, wissen wir nicht. Nach dem Tsunami ist das Wewaker Krankenhaus nur bedingt funktionsfähig. Oder vielleicht war es einfach schon zu spät für medizinische Hilfe; ein Problem, das hierzulande nicht selten ist.

Mathias´ Programm sah so aus: Fracht für die Hochschule in Tekin, Passagiere für Telefomin, Stop in Eliptamin, Goldwäscher nach Okisai und Blackwara und wieder Elipta-min, Kinder nach Duranmin, Rasenmäher nach Ambunti, leer nach Nungwaia, Missionar nach Wewak. Insgesamt 11 Landungen.

Freitag - Papierarbeit

vom gestrigen Flug. Außerdem die Verabschiedung unseres dritten Wewak-Piloten in den Urlaub. Martin fliegt.

Samstag - Kurzes Programm

Eine Familie mit einer Monatsration Essen fliegt in das eine Stunde entfernte Blackwara. Auf dem Rückweg lande ich in Anguganak und bringe Auwis Familie nach Wewak zurück, die um ihren Mann und Vater trauert.



01 April 2011

Wewak Beach Boys

MAF PNG wird dieses Jahr 60 Jahre. Jede Base sollte ein Fun-picture nach Hagen schicken. Oh ja, das war schon funny, dieses Foto am Strand zu machen. Was sich wohl die anderen einheimischen Badegäste gedacht haben, uns in dem Aufzug zu sehen? ...