03 April 2013

VH-BUX


In unserem M&M Flugschreiber im März erwähnten wir dieses MAF-historische Flugzeug mit einem kurzen Artikel. 
Diese Cessna 170B, Baujahr 1955, war eines der ersten MAF Flugzeuge hier in Papua Neuguinea und hat lange Jahre guten Missionsflugdienst geleistet.
Die gute alte BUX ist immer noch flugfähig! Sie gehört heute einer australischen Haltergemeinschaft, der auch ein Ex-MAF Pilot angehört. Sie hat sogar einen Preis für ihre Restaurierung gewonnen und wirbt auf Flugplatzfesten für MAF.

Wir selbst haben BUX in Coldstream, wo ACMA, das Australian Centre for Mission Aviation, zu Hause ist, während unseres Urlaubs im Januar gesehen und Mathias hat sich ganz stolz für ein Foto positioniert.
Auf unseren Rundbrief hin erhielten wir interessante Rückmeldungen, die wir euch auch gern weitergeben wollen. Taucht ein, in die MAF Geschichte!

Ian W. Stacy, ein ehemaliger MAF PNG Pilot schrieb: 
Ich habe BUX in PNG geflogen, bevor sie nach Ballarat ausgemustert wurde, und klar, ich bin auch oft von Ballarat aus geflogen, als ich Flight Operations Manager, stationiert in Box Hill, Melbourne, war.

Brian & Ruth Watts, einst Missionare im Sepik mit South Sea Evangelical Mission (1956-1971) schrieben uns: 
Super, dass BUX immer noch flugtauglich ist. Wir sind oft mit ihr geflogen. Hier ist ein Foto von BUX in Balif von 1958 als wir in unsere Flitterwochen nach Lumi geflogen sind. Balif war der SSEM Landeplatz östlich von Brugam. 

BUX in Balif, 1958; Foto: Brian Watts

Das andere Foto ist von der Flugplatzeröffnung in Brugam.
Wir sind so froh, dass sie den Landestreifen noch immer in Schuss gehalten haben, v.a. weil sie Pläne für ein Multi-Millionen-Kina-Krankenhaus haben. Die High School wollte auch schon ihre neuen Gebäude auf die Fläche des Flugplatzes bauen, weil es eben ein praktisches Bauland war. Ich bin so froh, dass sie es nie getan haben. Sie hätten damals, 1959, mit uns dabei sein sollen, als wir die vielen großen Bäume mit ihren Wurzeln ausgegraben und alles geebnet haben – per Hand!

BUX in Brugam bei der Landebahneröffnung 1963; Foto: Brian Watts
Das Interessante ist: Wir kennen beide Männer nicht persönlich. Irgendwie sind sie im Laufe der Zeit irgendwo über unseren englischen Newsletter gestolpert und seither erhalten wir oft einige ermutigend Zeilen von ihnen und sind selbst ganz begeistert, die Geschichte von der Missionsfliegerei damals zu lesen. Irgendwie war es eine andere Zeit und mittlerweile ist vielleicht ein wenig von dem Flair, Missionspilot zu sein, abhanden gekommen. Schade irgendwie.

Der alte Frank und seine Hörbibel


Ostermontag erhielten wir eine Email von Glenda aus Tekin, die wir euch gern übersetzen und weitergeben wollen. Eine beeindruckende Geschichte:

Es ist Ostermontagnachmittag hier und ich komme gerade zurück von einem Spaziergang auf die andere Seite des Tekinflusses – ein Baumstamm diente als Brücke! Ich habe einen alten Mann besucht, dem ich eine der Hörbibeln gegeben habe, die ihr mir überlassen habt. Der alte Frank lebt in einem kleinen Camp auf der anderen Flussseite in den Berghängen nördlich der Schule. Vor kurzem sind einige Jugendliche in sein Haus eingebrochen und haben Lebensmittel, seine Katzen und die kleine Hörbibel gestohlen. Er hat weder die Lebensmittel noch die Katzen zurück bekommen, aber sie haben ihm die Hörbibel zurückgebracht. 
Er wusste nicht, dass Vince, einer unserer Lehrer, und ich heute kommen. Wir haben die Hörbibel auf seinem Dach liegen sehen, damit sie in der Sonne neu aufgeladen werden konnte. Als er die Hörbibel vom Dach nahm und anmachte, war sie sie klar und deutlich wie zuvor. Seine Frau erzählte uns, dass der alte Frank sie überall mit hin nimmt und immer zuhört. 
Das alte Ehepaar hat ein sehr einfaches Haus, wo sie leben und auch nach ihren drei Enkelkindern schauen. Sie arbeiten gern und fleißig im Garten und so balancierte ich über die Brücke noch eine gute Ladung reifer Bananen, die sie mir mitgegeben haben!

Old Frank mit seiner Hörbibel vor seinem Haus. Foto: Glenda Giles
Mich beeindruckt, wie die Hörbibel mit allen Widrigkeiten klar kommt (Zitat: how well the devices stand up to wear and tear). Er sagte, dass er das Gerät mal auf seinem Dach liegen hatte als er zum Gottesdienst ging und es dann regnete. Und das Gerät überlebte unbeschadet. Frank ist Christ und mein Hauptfeuerholzlieferant. Ich hatte echt zu tun, heil über die „Brücke“ zu kommen. Keine Ahnung, wie er das schafft mit den dicken Stämmen, die wir dann zu Feuerholz klein hacken.

02 April 2013

Selbst ist die Frau!


Was, wenn man nicht mal eben in den Supermarkt ans Regal mit den Backzutaten gehen und Zitronat kaufen kann, den man bzw. frau aber für einen leckeren Osterkranz bräuchte? – Selber machen, natürlich! 
Zum Glück kann ich hier auf dem Markt Zitronen und Orangen kaufen. Und Dank Internet findet sich auch schnell eine entsprechende Zubereitungsanleitung und schon geht´s los:
Zitronen und Orangen schälen und in schmale Streifen schneiden – mit Wasser 15 Minuten kochen – alles abgießen und nochmals mit einer Tasse Wasser und einer Tasse Zucker köcheln lassen, ca. eine Stunde bzw. bis die Flüssigkeit zu Sirup und die Schalen glasig und weich werden – alles abgießen und die Schalen zum Trocknen auf ein Rost auslegen und später klein schneiden. 
Aber hier wird ja nichts weggeworfen und so freuen wir uns morgens grad an leckerem Zitronen-Orangen-Gelee auf unserm selbst gemachten Hefezopf oder Brot. Und ja, der Osterzopf war auch lecker! 


Noch ein Nachsatz zu den Orangen: Die sind manchmal auch etwas anders wie gewohnt. Normale Orangen sind hier eh grün. Sollten sie also entsprechend Grünen heißen? Sie haben gelbes Fruchtfleisch und schmecken saftig und süß.
Was ich hier allerdings gekauft habe, hat den für alle Zitrusfrüchte verwendeten Tok Pisin Namen muli, vielleicht noch mit dem Attribut bikpela oder switpela. Jedenfalls wie ihr sehen könnt, ist eine Seite meiner Wewak-Orange spitz zulaufend. Auch das Fruchtfleisch unterscheidet sich von den normalen Orangen bzw. Grünen ;o), denn es ist nicht ganz so saftig und die einzelnen Fruchtkammern sind nicht so lang und tropfenförmig, sondern vielmehr klein und rundlich. Genauso komisch und anders sehen auch die Kerne aus, wovon mindestens zwei oder drei pro Stück vorhanden sind (oder wie heißt noch mal das bzw. die einzelne Scheibe? Fidel? Rädle?...)




Auf freiem Fuß


Leider haben die Besuchsdienste im Gefängnis hier in Wewak noch nicht wieder begonnen. Die Gefängnisleitung hat noch kein grünes Licht gegeben, aus welchen Gründen auch immer. Trotzdem gibt es erfreuliche Neuigkeiten:

Jaqueline und Briana
Jaqueline ist entlassen worden und mittlerweile schon in Kimbe, also zurück in ihrer Heimat, zusammen mit ihrer kleinen Tochter Briana. Schade, dass ich sie nun nicht mehr gesehen habe. Sie hat einen Mann vorsätzlich umgebracht. Da das Gericht ihr diese Tat jedoch nicht zutraute, musste sie über zwei Jahre auf einen Gerichtstermin warten. Die ersten Termine hatte sie vergangenen Herbst. Aufgrund guter Führung hat man ihr wohl den Rest der Strafe erlassen und sie heim geschickt in ihre Provinz. Vermutlich muss sie sich aber regelmäßig bei einem entsprechenden Büro melden und somit bestätigen, dass sie sich nichts zu Schulden kommen lässt.

Albina und Reylin
Als ich letzte Woche für die Frau aus Sumwari auf dem Markt geräucherten Fisch kaufte, fragte mich eine andere Frau nach meinem Namen. Ich wunderte mich. Dann stellte sich heraus, es war Albina. Ihre Tochter Reylin wuselte auch umher. Das war eine Freude! Albina wurde vor knapp zwei Jahren nach Vanimo versetzt und mittlerweile entlassen. Sie hat im Alltag einigermaßen Fuß gefasst und verkauft geräucherten Fisch und – lebendige Schildkröten. Bitte betet für beide Frauen,  dass sie ihren Alltag eng mit Jesus leben und meistern.

Karwoche


Montag – Kurze Runde
Gefrorene Hühnchen nach Blackwara und über Moropote und Ambunti zurück nach Wewak. Ich hatte natürlich auch noch andere Fracht und Passagiere an Bord ;o)
Dienstag – Zwei Medevacs
Eine ältere Frau aus Yatoam hat sich beim Grasschneiden auf dem Flugplatz mit einem Buschmesser die linke Hand beinahe abgetrennt. Ich fliege sie ins Krankenhaus nach Oksapmin. 
Bei der Gartenarbeit verletzt
Eine Frau aus Sumwari hält ihr neu geborenes Kind in den Armen. Ich muss sie nach Wewak ins Krankenhaus fliegen wegen Nachgeburtsschwierigkeiten. Da Sumwari allerdings ein sehr sehr schlechter Landeplatz ist, haben wir hohe Startbegrenzungen. Ich muss einen Shuttle fliegen, damit auch die Begleitperson mit kann. So fliege ich zuerst eine Frau mit Kind nach Moropote und hole danach die andere mit ihrem Neugeborenen ab.
Das Bild entstand allerdings in Ambunti. Hier musste ich auf dem Rückflug nach Wewak noch zwischentanken.
Die größere der beiden Frauen muss ins Krankenhaus

Mittwoch – Bibelschulstudent
Ich darf einen jungen Mann mit Frau und zwei Kindern von Vanimo zur Bibelschule in Amanab fliegen.
Donnerstag – Missionar zur Osterpredigt
Eric Scheering arbeitet für die Pacific Island Ministries und ist mit mir unterwegs nach Blackwara. Dort wird er herzlich von einigen Dorfbewohnern auf traditionelle Art begrüßt. Er wird die Osterpredigt halten und die Christen in dem Buschdorf ermutigen. Am Ostermontag hole ich ihn wieder ab.
Begrüßung des Osterpredigers mit Federschmuck

Freitag – Good Friday
oder Karfreitag auf Deutsch. Nach vier vollen Flugtagen ist es sehr erholsam den Freitag als Feiertag zu haben. Wir freuen uns auf diesen Tag und das verlängerte Wochenende.

25 März 2013

Im Interview

Vier Menschen, eine Botschaft. Schaut selbst...
Ein weiteres Video zusammengestellt von Wolfgang Hagen als er uns im Februar in Wewak besuchte und Menschen interviewte, die mit MAF durch PNG fliegen.
Friedemann Urschitz, einer der Interviewpartner im Video

23 März 2013

Im Landeanflug

HIER findest du ein Video von einem Landeanflug auf Nuku. Nuku ist ein Landeplatz in den Toricelli Mountains, dem Küstengebirge westlich von Wewak.
Danke, Wolfgang, für das Video!

Mathias im Landeanflug auf Nuku

21 März 2013

Urwaldspaziergang

Hier der ausführliche und bebilderte Blogeintrag zu unserer Wanderung nach Saronapi zum Gottesdienst.

Und hier der Film dazu. Danke, Wolfgang, für deine Mühe! Du bist durch den Urwald gerannt, um immer eine gute Perspektive zu bekommen, und wenn es bedeutete, einen kräftigen Tritt in den Schlamm in Kauf zu nehmen. Und danke für deine Mühe, den Film so zusammenzustellen.

19 März 2013

Video zum Medevac "Messer in der Brust"


Hier findet ihr ein Video von dem Medevac aus Yatoam von Anfang Februar.
Gefilmt und zusammengestellt von Wolfgang Hagen, der zu dem Zeitpunkt gerade auf Besuch bei uns war und auf dem Flug dabei war.

Hier noch mal zum Nachlesen die Geschichte zum Medevac.

04 März 2013

Im Durchschnitt 50, nicht 80


Nein, hier geht es nicht um eine Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern um die durchschnittliche Flugstundenzahl pro Monat. Das Gesetz erlaubt 100 Flugstunden in 30 Tagen und maximal 900 im ganzen Jahr. Das Problem ist, dass wenn jeder Pilot bis zum Maximum in 30 Tagen fliegt, dann erreichen wir das Jahresmaximum schon Ende September. Deswegen hat MAF die Regel, dass wir nur 80 Stunden im Monat fliegen dürfen, dafür aber das ganze Jahr. 




Früher haben die Piloten regelmäßig ihr Monatsmaximum von 80 Flugstunden erreicht. Aber heutzutage gehört das zu den Ausnahmen. Warum? 
Unser Flugdienstmanager, also der Mann mit der höchsten Verantwortung für den Flugdienst von MAF im ganzen Land, wundert sich und das zu Recht. Er verlangt nicht, dass wir einfach mehr fliegen, sondern forscht nach den Ursachen. Warum fliegen wir heute nicht mehr so viel wie damals und was können wir tun um etwaige Hindernisse zu beseitigen?
Wir streichen Flüge, weil das Wetter schlecht ist. Abgesagt wird das Flugprogramm auch dann, wenn der Pilot krank ist, die Einnahmen zu gering sind oder weil das Flugzeug technische Schwierigkeiten hat und in die Werkstatt muss. Derzeit haben wir auch operationelle Beschränkungen. Aus Sicherheitsgründen dürfen wir mit meinem Flugzeug, GA8, nicht mehr nach 11:30 Uhr im Hochland landen. Das hat den größten Einfluss auf die Flugstundenzahl, weil die meisten unserer Landeplätze im Hochland liegen. 
Zur Zeit arbeiten die MAF Ingenieure in Mareeba daran, die GA8 für das Hochland tauglicher zu machen. Dazu gehört u.a. eine andere Motoreinstellung. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, dann werden wir auch wieder mehr fliegen können. Bis dahin bleibt es wohl bei ca. 50 Flugstunden im Monat.