12 November 2012

Leben hinter Stacheldraht


Manch einer ist gefangen hinter Mauern und Zäunen und Stacheldraht – Ich, Mandy, war es ja auch stückweit bis zu meinem 15. Lebensjahr, da ich ja in der ehemaligen DDR groß geworden bin. Ich erinnere mich noch an eine Zugfahrt im Urlaub mit meinen Eltern, als wir mal im Harz waren. Der Zug fuhr entlang der Grenze, die mit Stacheldrahtzaun und will kläffenden, an Drahtseilen angebundenen Hunden gesichert war. Heute weiß ich, was noch für Sicherungsmaßnahmen dahinter waren...
Gott sei Lob und Dank, dass dies mittlerweile Geschichte ist. Zumindest für uns in Deutschland. Es gibt leider auf dieser Welt noch genug Menschen, die in ihrem Staat gefangen sind.

Nun lebe ich wieder hinter einem hohen Zaun mit sogenanntem Natodraht obenauf. 
Glaubt mir, ich bin froh drum! 
Erinnert ihr euch noch an den Blogeintrag „Konflikt“?  Hier noch mal zum Nachlesen:


Alles morsch und marod...
Mathias verlegte Natodraht als Übergangslösung
Heute ist Mathias ins Hochland zum Pilotentreffen aufgebrochen, ebenso Richie, der andere Wewak-Pilot. Und unsere zwei Wewak-Base-Mitarbeiter waren auch an Bord. Sie müssen zu MAF-internen Kursen nach Mt. Hagen.
Zurück bleiben wir Frauen und die Kinder.
Entsprechend war ich froh, als ich Ende der vergangenen Woche aus Cairns zurückkam und der Zaun zum Nachbargrundstück fertig war. Nicht, dass wir Angst vor unseren Nachbarn hätten, nein, die sind echt nett. Nur deren Grundstück ist zur Straße hin auch nur mit einem leicht durchtrennbaren Maschendrahtzaun gesichert und unser Zaun war halt morsch und marod und auch leicht „umzukriegen“. 

Das Einstiegsloch im Nachbarzaun

Ja, und leider gibt es hierzulande genug Trunkenbolde und Halbstarke, die nichts besseres zu tun wissen, als bei anderen Leuten einzusteigen um zu schauen, was es zu holen gibt. 

Vielen Dank an MAF Deutschland, die 50% der Gesamtkosten übernommen haben und an diejenigen von euch, die sich ebenso finanziell hier engagiert haben, die Kosten für den Zaun mitzutragen. Tenky tru!  

Der neue Zaun. Blick von unserer Veranda hin zum Nachbargrundstück.

Leider sind diese hohen Zäune typisch hierzulande und glaubt mir, sie verschönern nicht wirklich das Stadtbild. Da sieht ein Dorf oder eine Stadt in Deutschland viel viel einladender aus. Hier ist es leider Standard, genauso wie die vielen Sicherheitsfirmen. 
Wir haben des Nachts auch einen Wächter, genauso wie auch immer einer am Flugplatz nach dem Rechten schaut. Und auch in den Läden hier gibt es am Ausgang immer eine Handvoll Leute, die die Taschen und den Einkaufszettel aller kontrollieren, die den Laden verlassen. Oftmals haben wie Weiße jedoch das Vorrecht, dass wir einfach durchlaufen können, nicht kontrolliert werden.

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